Heinz Neumaier
Heinz Neumaier

Exlibriskünstler in Dachau I-Z

 

Prominente Exlibriskünstler, die kurze Zeit in Dachau waren, in diesen Kurzporträts aber nicht berücksichtigt werden:

 

Paul Julius Junghanns (08. 06. 1876 Wien - 03. 04. 1958 Düsseldorf) in Dachau um 1900 - 1904

Heinrich Kley (15. 04. 1863 Karlsruhe – 08. 02. 1945 München)  in Dachau um 1900 

Alfred Kubin (1877 Leitmeritz/Böhmen – 1959 Zwickledt/Innviertel) um 1900 in Dachau

Max Liebermann (1847 in Berlin - 1935 ebenda) um 1888 in Dachau

Franz Marc (1880 München - 1916 Braquis bei Verdun, Frankreich) um 1900 in Indersdorf bei Dachau

Paul Neu (1881 Neuburg/Donau - 1940 München) wohl um 1900 in Dachau

Paul Ernst Rattelmüller (27. 03. 1924 Regesnburg - 12. 01. 2004 Starnberg) - ab 1963

Emil Reinicke (20. 11. 1859 Zerbst - 1942 München) um 1880 In Dachau

Rudolf Schiestl (08. 08. 1878 Würzburg - 30. 11. 1931 Nürnberg) um 1910 in Dachau

Arpad Schmidhammer (12. 02. 1857 St. Joachimsthal - 13. 05. 1921 München) um 1896 in Dachau

Leo Schnug (1878 Straßburg – 15. 12. 1933 Brumath) um 1899 in Dachau

Josef Seché (19. 03. 1880 Köln - 1948 Seefeld) um 1900 in Dachau

Max Slevogt (08. 10. 1868 Landshut - 20. 09. 1932 Leinsweiler - um 1890 in Dachau

Hans Stubenrauch (11.04.1875 Aschau/Chiemgau - 01.07.1941 Murnau/Staffelsee) 1907 in Dachau

Franz von Stuck (1863 Tettenweis - 1928 München) um 1887 in Dachau

Otto Ubbelohde (05. 01. 1876 Marburg/Lahn - 08. 05. 1922 Goßfelden - um 1900 in Haimhausen

Albert Weisgerber (21.04.1878 St. Ingbert/Saarbr. -10.05.1915 Ypern) ab 1895 - 1900 in Dachau

Hubert Wilm (17. 11. 1887 Kaufbeuren - 27. 04. 1953 München) um 1910 in Dachau

Ella Iranyi (05. 04. 1888 Wien - 09. 04. 1942 Izbica/Polen)

 

Sie absolvierte die Kunstschule für Frauen und Mädchen Wien (Kunstgewerbe bei Adolf Böhm, Holzschnitt bei Friedrich König, Ziselierkurs bei Georg Klimt, Landschaftskurs bei Tina Blau, Ornamentale Schrift bei Rudolf v. Larisch, Radierung bei Ludwig Michalek) und in München. Sie lebte von 1922 - 1926 zeitweise in der Malerkolonie in Dachau. Es existieren 12 Radierungen mit Motiven der Dachauer Altstadt. Für den Wiener Verlag Hugo Heller gestaltete sie Buchumschläge (u. a. Ernst Moritz Kornfeld: Das Edelweiß, Wien 1910), Buchschmuck (Oscar Wilde: Betrachtungen, Wien 1906; Oscar Wilde: Ein Haus aus Äpfeln und Granate, Wien 1906). Sie gehörte zum Umkreis von Felix Braun. Sie war für die Wiener Werkstätten und als Kinderbuchillustratorin tätig. Sie wohnte in Wien Spittelauerplatz 7/21. Sie fertigte mehr als 10 Exlibris. Einige Arbeiten erschienen auch in den Jahresgaben des Radierklubs Wiener Künstlerinnen. Als Malerin schuf sie Landschaften, Genreszenen u. Portäts. 1932 erhielt sie den Marianne Hainisch - Preis. 1938 musste sie unter dem Druck der Nationalsozialisten konfiszierte Bilder schätzen. Da sie ihre alte Mutter nicht zurücklassen wollte, konnte sie sich nicht zu einer lebensrettenden Emigration durchringen. Auf Grund ihrer jüdischen Herkunft wurde sie von den Nationalsozialisten am 05. 04. 1942 nach Polen verschleppt und vier Tage später in Izbica ermordet.

Paul W."Keller-Reutlingen" (02. 02. 1854 Reutlingen - 10. 01. 1920 München)

 

1876 unternahm er eine Studienreise nach Italien (Venedig, Rom, Neapel, Florenz). Von 1879 bis zu seinem Tod lebte er in München, Dachau, Fürstenfeldbruck und zwar fällt in die Jahre 1879-90 seine italienische Schaffenszeit, 1890-1920 seine Heimatkunst. 1902 wurde ihm der Professoren-Titel durch Prinzregent Luitpold von Bayern verliehen. Bei der Gründung der "Jugend" 1895 erwarb sich der große Kunstkenner Dr. Georg Hirth seine Mitarbeit. Er war eine feinsinnige,vornehme Natur, bescheiden und anspruchslos, von äußerster Weichheit des Gemüts, offenem geraden Charakter. Beweglich, gewandt, gebildet, heiter, war er ein Typ des ionischen Elements von Isar-Athen. In allen Leibesübungen war er gewandt, auch ein guter Klavierspieler. Er hatte braune krause Haare und Schnurrbart, gute Gesichtsfarbe, blaue Augen und trug eine Zwicker.

Walther Klemm (18. 06. 1885 Karlsbad - 11. 08. 1957 Weimar)

 

1904 Beteiligung an der Ausstellung der Wiener Secession. Übersiedlung nach Prag. Lernt dort Carl Thiemann kennen, der sein erster Schüler wird. Ateliergemeinschaft Libotz bei Prag. 1908 gemeinsame Übersiedelung nach Dachau. 1910 Mitglied der Berliner Secession. 1913 Berufung als Professor für Graphik an die Hochschule der Bildenden Künste in Weimar. Übersiedelung von Dachau nach Weimar. Große Anzahl von Illustrationen. Enge Kontakte zu Harry Graf Kessler, Theodor Hagen und Ludwig v. Hofmann. Er bleibt während der Vereinigung der Hochschule mit Henry van de Veldes Kunstgewerbeschule zum Bauhaus und der späteren Wiederherstellung der Hochschule dort tätig. Am Aufbau der Hochschule nach dem 2. Weltkrieg war er beteiligt..

Otto Kopp (01. 12. 1879 München - 1947) 



Maler und Grafiker.

Koppstudierte an der Akademie der Bildenden Künste München bei Karl Raupp, Franz von Stuck und Carl von Marr sowie an der privaten Malschule von Anton Ažbe. Er war Mitglied in der Künstlergruppe
Münchener Neue Secession und Mitarbeiter der Zeitschrift Jugend. An der Münchener Akademie wirkte er lange Zeit als Lehrer für Aktzeichnen.

Schülerin Kopps in München war die deutsche Malerin Gertrude Sandmann(1893–1981).

um 1906 in Dachau.

Carl Kunst (1884 Fürstenfeldbruck -1912 München)

 

Über den Künstler ist wenig zu finden. Er war in München als führender Vertreter der Plakatkunst tätig.

Er studierte an der Münchner Kunstgewerbeschule bei Maximilian Dasio, bei Ludwig von Langenmantel, A. Spieß und an der Akademie bei Peter v. Halm und Franz v. Stuck. Bekannt sind von ihm neben zahlreichen Plakaten eine Vielzahl von künstlerisch gestalteten Postkarten, Bucheinbände usw. Er dürfte um 1900 in Dachau gewesen sein. Vom Dachauer Karlsberg gibt es eine hübsch gestaltete Postkarte.

Alexander Liebmann (1871 Berlin - 1938 München)

Maler, Grafiker

 

Der Künstler studierte bei E. Doepler d.J. in Berlin und bei Simon Hollosy und Peter Halm in München. Er leitete eine kleine Malschule in München, die er 1905 nach Dachau verlegte. Er unterrichtete in allen Techniken des Tiefdrucks.

Während seiner Dachauer Zeit nahm er als Mitglied der Dachauer Künstlerkolonie an vielen Ausstellungen teil.

Isabella von Mikulicz-Breyer Geb. von Muklicz Radecki 

(08. 10. 1887 Prag - 12. 07. 1973 Wien)

Malerin, Grafikerin

Die Künstlerin lebte ab 1908 in Wien, besuchte die Malschule Strehblow. Sie war Schülerin von Richard Harlfinger und Ferdinand Schmutzer. 1912 war sie für kurze Zeit in Dachau, wo sie zwei Sommer lang die Malschule von Hans Müller-Dachau besuchte. 1920 heiratete sie Otto Breyer. Die Ehe dauerte nur 5 Jahre.

Sie schuf Landschaften, Porträts, Plakate und Exlibris. Sie arbeitete auch für das Wiener Tagblatt und betätigte sich als Gerichtszeichnerin.

Hanna Müller - Fürer (1892 - ?)

 

Über die Künstlerin weiß man wenig. Vermutlich stammt sie aus Güterslohe.

In Dachau war sie um 1911.

Das Exlibris stammt aus dem Archiv von Dr. Wölfgang Hönle, Ettlingen, dem ich herzlich für die Kopie und der Erlaubnis der Veröffentlichung danke.

 

Hans Müller - Dachau (21. 01. 1877 Hannover – 24. 06. 1925 Dachau)

 

Johann Maximilian Gustav Müller wurde als Sohn eines namhaften Schauspielers und Regisseurs in Hannover geboren. Mit 17 Jahren zog es ihn schon an die Berliner Akademie und lernte bei dem Genre-Maler Professor Julius Ehrentraut. Max Liebermann wurde auf das Talent aufmerksam und riet Hans Müller als Privatschüler zu Adolf Hölzel nach Dachau zu gehen. 1895 ging Hans Müller zuerst an die Kunstakademie nach München, um bei Johann Caspar Herterich (dem Bruder von Ludwig v. Herterich) zu studieren. Ein Jahr später ist er in Hölzels Malschule zu finden. 1897 ist der Zwanzigjährige schon in der berühmten „Academie Julian“ bei Josephe Lefebre in Paris. Ab 1900 machte er sich in Dachau selbständig. 1905 bekam der den Rompreis, eine Auszeichnung, die einen einjährigen Aufenthalt in Rom und Florenz mit einschloss. In Dachau eröffnete er eine eigene Malschule. Der Zulauf war beachtlich, was durch den Wegzug Hölzels teilweise ausgelöst wurde. 1911 folgte er einem Ruf an die Akademie in Karlsruhe. Trotz einer angeborenen Herzschwäche meldete er sich freiwillig zum Kriegsdienst als Sanitäter. 1919 legte er, körperlich geschwächt sein Lehramt nieder und zog wieder nach Dachau, wo er mit dem Bau eines eigenen Ateliers an der Schleißheimerstr. begann. Er wurde durch die Erteilung vieler Aufträge ermutigt, wieder als freischaffender Maler zu arbeiten.

Am 24. Juni 1925 bracher an seiner Staffelei zusammen, erst 48 Jahre alt.

Otto Obermeier (1883 München - 1958 ebenda)

 

Der Künstler lernte und studierte an der Kunstgewerbeschule sowie an der Akademie bei Gabriel von Hackl. Er war vor allem als Plakatdesigner bekannt.

Auch Dachauer Motive sind von ihm erhalten.

 

Käthe Olshausen-Schönberger (11. 06. 1881 Mödling - 01. 01. 1968  Graz)

Österreichische Schriftstellerin u. Illustratorin.

 

Ihre Werke erschienen auch unter den Namen K. Schönberger, Katharina (Käthe) v. Dombrowski,  Baroness v. D. und dem Kürzel K.O.S. Sie wohnte 1925 bis 1951 in den USA, hauptsächlich in New York. Als Schriftstellerin und Illustratorin verfasste sie dort ihre späteren Werke in englischer Sprache und illustrierte diese auch. Sie schrieb und illustrierte zahlreiche Bücher, Artikel (Ulk, Fliegende Blätter, Das Magazin, Der Spiegel, u.v.a.), Broschüren und Reklame. Die Atuodidaktin hatte nie eine Kunstschule besucht, nahm aber bei verschiedenen Künstlern in Berlin Unterricht.

Zwischen 1901 und 1913 war sie mehrmals kurzzeitig in Künstlerkolonie Dachau, um Tierstudien zu betreiben. Sie war von 1905 - 1921 Zeichnerin und Mitherausgeberin bei den Münchner "Fliegenden Blättern". 1922 beteiligte sie sich am Spendenappell in Zusammenarbeit mit Albert Einstein, Sigmund Freud, Hermann Hesse, Käthe Kollwitz, Heinrich Mann, und H.G. Wells für die Opfer der Hungersnot in Russland. 1933 versuchte sie ihren stark gegen die militärische Diktatur gerichteten Roman „Land der Frauen“ in Hitler-Deutschland zu veröffentlichen, die Publikation gelang ihr erst zwei Jahre danach, in England und in den USA. Nach ihrer Rückkehr aus den USA lebte sie in Königsstein/Taunus und bis zu ihrem Tode in Graz - Wetzelsdorf.

Max Oppenheimer (185 Wien - 1954 New York)

Maler

 

Er studierte von 1900 - 1903 an der Akademie der bildenden Künste in Wien u. von 1903 - 1906 an der Prager Akademie. Nach Wien zurückgekehrt gehörte der von van Gogh beeinflusste Oppenheimer zunächst zum Kreis des Wiener Expressionismus, stilistisch geprägt von Oskar Kokoschka, Egon Schiele und Albert Paris Gütersloh. Danach war er in Berlin tätig, wo er kubistische Elemente in seine Malerei aufnahm. Es folgten Arbeitsphasen in der Schweiz, dann wieder in Berlin und 1931 im heimischen Wien. Von dort emigrierte er 1938 in die USA.

Willy Orth (26. 07. 1889 Marktsteft/Ufr. – 1976 USA)

Maler, Illustrator

 

Über den Künstler gibt es nur wenige biografische Quellen. Er war wie auch Otto Wirsching Schüler von Gabriel v. Hackl an der Akademie der Bildenden Künste in München. Er ist in  die USA ausgewandert und  wohl auch dort gestorben.

 



Eugen Osswald (22.01. 1879 Stuttgart - 17. 02. 1960 München)

 

Eugen Osswald entstammt einer schwäbischen Baugeschäftsfamilie mit fünf Kindern. Zunächst wollte er Steinbildhauer werden, erlernte aber dann das Bauhandwerk und verdingte sich mit 18 Jahren als Bauzeichner im Architektenbüro Heinrich Deichsel in Stuttgart. Unzufrieden mit seiner Lebenssituation meldete er sich 1989 freiwillig zum Infanterie-Regiment Kaiser Friedrich Nr.125. Im Herbst 1900 verließ er das Regiment und kehrte zurück.

Nach seiner Militärzeit bewarb sich der Einundzwanzigjährige an der Münchner Akademie, hauptsächlich mit Tierstudien. Seit dieser Zeit bestehen Verbindungen zu Dachau und seinen Künstlern. 1901 zog es in nach Bern, wo er anfing für einen Verlag Kinderbücher zu illustrierte und nebenbei Pferde porträtierte. 1902 malte er in Basel für einen reichen Herrn, der empfahl zum Studium auf die Kunstakademie München bei Professor Heinrich von Zügel zu gehen. Da sich Zügel im Prüfungsausschuss befand und das Talent des Eleven erkannte, ermöglichte er ihm ein Stipendium an der Akademie. Dort angenommen studierte er erfolgreich von 1903 bis 1907 in München. Mit Heinrich von Zügel zog er in den Sommermonaten nach Wörth am Rhein, um dort vor der Natur zu malen. Auch in Dachau hat er sich immer wieder aufgehalten. Um 1907 schloss er seine akademischen Studien ab. Er trat noch einen einjährigen Aufenthalt in Paris an und bereiste 1910 den mittleren Osten.

Er schloss sich auch großen Zirkusunternehmen an, um seine Tierstudien zu vervollkommnen.

Auf diese Weise entstanden seine Zirkusbilder. Er hat auch Tierquartette geschaffen und Kinderbücher illustriert. Eugen Osswald war ein Tiermaler mit einer breiten Motivpalette. Er malte nicht nur Füchse, Auerhähne, Rehböcke und Hirsche in freier Natur, sondern auch Pferderennen in Riem, Schafe, Wäscherinnen in Kairo und russische Kinder. Mehrfach wurde er mit Medaillen ausgezeichnet. Er gehört zu den Impressionisten, die den breiten Farbauftrag und das helle Kolorit im Sonnenlicht lieben.

 

 

Carl Olof Petersen (19. 09. 1880 Malmö – 18. 10. 1939 Ulricehamm)

 

Der Künstler kam 1903 nach Dachau wurde Schüler bei Adolf Hölzel u. wechselte ein Jahr später zu Hans von Hayek. Gleichzeitig war er Mitarbeiter bei, „Simplizissimus“ und brachte dort viele Karikaturen und Tierzeichnungen heraus. Ab 1913 lebte er mit seiner Frau Elly in der großen Moosschwaige am Schleißheimer Kanal. Er illustrierte eine Reihe von Sachbüchern seiner Frau und schuf viele Kinderbücher. Er war Mitglied der Künstlervereinigung Dachau.

1937 zog er mit seiner Frau in seine schwedische Heimat und starb 1939 in einem Sanatorium.

 

Herbert Felix Plahl (*1944 Reichenberg)

Ausbildung zum Grafiker

 

Studium an der Akademie der Bildenden Künste München

Der Künstler beschäftigt sich mit freier Malerei und Grafik, Kunst am Bau (Farbgebung, Innenraumgestaltung, Glasfensterkreationen etc.). Sein Atelier befindet sich im ehemaligen Künstlerhaus Hermann Stockmanns, im sog. "Spatzenschlössl" in der Münchner- Str. in Dachau.

Lieselotte Plangger-Popp (31. 05. Karlsfelde/Treuburg - 19. 12. 2002 Meran)

 

Ihre Jugend verlebte sie in Königsberg, wohin die Familie 1922 gezogen war. Nach dem Abitur am Hufenlyzeum besuchte sie von 1933 bis 1936 die Fachklasse für Gebrauchsgraphik
an der Meisterschule des Deutschen Handwerks und arbeitete anschließend zwei Jahre lang im Atelier des renommierten Verlags Gräfe und Unzer. 1938 ging sie nach Hannover, um dort in einem graphischen Betrieb zu arbeiten. Gleichzeitig besuchte sie die Abendschule und ließ sich bei Prof. Karl Dröge in der Technik des Holzstichs ausbilden. In diese Zeit fielen auch die Begegnungen mit Ernst Barlach und mit Agnes Miegel, die sich nachhaltig auf ihr
Schaffen auswirken sollten. Während des Zweiten Weltkrieges arbeitete die Ostpreußin als
Werkstattleiterin in einem Innsbrucker Buch- und Zeitungsverlag. Immer aber begab sie sich auf zahlreiche Reisen und brachte eindrucksvolle Motive mit.

In Haimhausen nahe München war es, wo die Ostpreußin wieder Fuß fasste. Dorthin war die Münchner Akademie gezogen, deren Räume im Krieg schwer zerstört worden waren. Bei den Professoren Adolf Schinnerer und Willy Geiger nahm sie Unterricht. Jahrzehnte später sollte man die Künstlerin zur Ehrenbürgerin der Stadt München ernennen. Und so fand sie auch in einem Ehrengrab in Haimhausen ihre letzte Ruhestätte. 1954 heiratete Lieselotte Popp in Bozen den Bildhauer Hans Plangger (1899-1971). Gemeinsam lebten und arbeiteten die beiden Künstler in Südtirol, einer Landschaft, die der Ostpreußin bald ans Herz gewachsen war und die sie immer wieder in ihrer künstlerischen Arbeit festgehalten hat. Ihre Blätter mit Motiven aus Ostpreußen und aus Südtirol, ihre Zeichnungen von Reisen nach Italien oder Griechenland beeindrucken noch heute. Ergreifend aber sind ihre Arbeiten zum Thema Flucht und Vertreibung.

Viele Arbeiten finden sich auch in Büchern wieder, so etwa als Illustrationen zu Werken von Agnes Miegel, mit der Lieselotte Plangger-Popp eine herzliche Freundschaft verband.

Karl Prühäusser (1872 - 1956)

Zeichner beim "Simplizissimus" und bei der "Jugend".

 

Als Oberleutnant war Karl Prühäusser 1916 nach Dachau gekommen und wurde Leiter des neu eingerichteten Munitionswerks im Nordosten des damaligen Marktes Dachau. Nach dem Krieg war diese Karriere zu Ende. Karl Prühäusser blieb und malte. Die leerstehenden Wohn- und Werksbaracken der Fabrik indes wurden im März 1933 zur Errichtung des Konzentrationslagers verwendet. Er beteiligte sich an mehreren KVD - Ausstellungen in Dachau zwischen 1928 und 1949.

 

Walter von Ruckteschell (1882 - 1941)

 

Illustrator, Bildhauer und Autor.

Walter von Ruckteschell wurde 1882 in Sankt Petersburg als Sohn eines Pastors
geboren. 1908 schrieb er sich in die Akademie der Bildenden Künste München bei Angelo Jank für Zeichnen ein, wechselte dann aber auf die Debschitz-Schule. Verheiratet war er seit 1911 mit der Keramikerin Clary Trueb (1882–1969).

1913 ging das Paar in die deutsche Kolonie Deutsch-Ostafrika, wo
Ruckteschell Denkmäler und Skulpturen für Plätze und Einrichtungen entwarf. Er meldete sich im 1. Weltkrieg zur „Schutztruppe“ und wurde Adjutant von Paul von Lettow-Vorbeck, dessen Buch Heia Safari er illustrierte und als Ghostwriter zu einem großen Teil verfasste. Nach Kriegsende und englischer Gefangenschaft gestaltete er viele Denkmäler für Gefallene. 

In den 1920er Jahren lebte und arbeitete von Ruckteschell in Dachau. 1927 gelang es ihm, die ortsansässigen Maler und Bildhauer zu der heute noch bestehenden "Künstlervereinigung Dachau" (KVD zusammenzuschließen, deren 1. Vorsitzender er bis 1934 blieb. Die steinerne Christophorus - Skulptur auf der Amperbrücke ist seine größte Arbeit für Dachau. 1941 wurde er mit einem Kurierauftrag ins geliebte Afrika beauftragt, doch er fand den Soldatentod durch ein Schiffsunglück.



Marianne Saxl-Deutsch (28. 08. 1885 Wien - 26. 05. 1942 Maly Trostinec/Minsk)

Malerin, Grafikerin, Kunstgewerblerin

 

1910 hielt sie sich in der Dachauer Künstlerkolonie auf. In diesem Jahr heiratete sie den jüdischen Arzt Dr. Paul Saxl. 1926/27 besuchte sie als Gasthörerin die Kunstgewerbeschule Wien. Sie hat in drei Ausstellungen der Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs Porträts und Landschaften präsentiert. Am 10. 05. 1942 wurde sie auf Grund ihrer jüdischen Herkunft deportiert und in Maly Trostinec ermordet.

Von ihr ist nur ein Holzschnitt-Exlibris für Agathe Hardt-Stremayr (Tochter von Aganthe Doposcheg-Schwabenau) bekannt, das vermutlich deren Kinder Wolfgang und Rainer zeigt.

 

Wilhelm Schertel

 

Von ihm ist nur eine Erwähnung im "Lexikon der Exlibriskünstler" als ein in Dachau lebender Grafiker bekannt.

Adolf Schinnerer (25. 09. 1876 Schwarzenbach/Saale - 30. 01. 1949 Ottershausen b. Haimhausen/Landkr. Dachau)

 

1921 erwarb er in Ottershausen bei München ein Anwesen, genannt "Schlößl". Ursprünglich ging er vom französischen Impressionismus aus, jedoch beschränkte er später seine Skala auf wenige kräftige Farben. In München, wo er Mitbegründer der Neuen Secession war, lehrte er als Professor ab 1924 an der dortigen Akademie der Bildenen Künste. 1946 übernahm Schinnerer die Neuorganisation der Künstlervereinigung „Kunstverein Dachau“ (KVD), deren ersten Vorsitz er bis 1947 inne hatte.

Karl Schmoll von Eisenwerth (18. 05. 1879 Wien - 07. 07. 1948 Bad Gastein)

 

Karl Schmoll von Eisenwerth stammte väterlicherseits aus St. Wendel im Saarland und mütterlicherseits aus Wien. Sein Vater war der Bauingenieur Anton Adolph Schmoll genannt Eisenwerth. Schmoll von Eisenwerth wuchs in Wien, St. Wendel und Darmstadt auf, wo er mit dem Jugendstil in Berührung kam. 1899 bis 1901 studierte er bei Paul Hoecker und Ludwig von Herterich an der Akademie der Bildenden Künste München und malte in Dachau, Burghausen und am Chiemsee. 1906 unterrichtete er Druckgraphik und Zeichnen an der privaten Münchner Kunstschule von Hermann Obrist und Wilhelm von Debschitz (Debschitz-Schule). 1907 wurde Schmoll von Eisenwerth als Professor für „Ornamenten- und Figurenzeichnen, Aquarellieren und dekoratives Entwerfen“ an die Technische Hochschule Stuttgart berufen.

Fritz Scholl (11. 09. 1873 Bonn - 12. 06. 1952 Ingolstadt)

 





In der Fachschule Mettlach erhielt er eine Ausbildung als Porzellanmaler, später war er in der Fachschule Mettlach als Zeichenlehrer tätig. Er studierte an der Akademieder Schönen Künste in München. Eine Studienreise führte ihn nach Amerika. Er war Mitarbeiter bei der Zeitschrift "Jugend". Er lebte ab 1906 in Dachau,wurde 1919 Mitglied der Dachauer Künstlerkolonie und erwarb sich ein kleines Anwesen an der Ecke Schleißheimer -/ Römerstraße, wo ersich auch als Imker betätigte. Wenige Jahre vor seinem Tod zog er nach Ingolstadt.

Alfred Schrötter, Ritter von Kristelli (12. 02. 1851 Wien - 02. 10. 1935 Graz)

 

Er studierte von 1872 – 1877 an der Wiener Akademie der bildenden Künste Malerei bei Karl Mayer (1810-1876) und August Eisenmenger (1830-1907), in der Folge war er zwei Jahre Schüler von Hans Canon (1829-1885) und von 1879 studierte er in München an der dortigenAkademie bei Ludwig von Löfftz (1845-1910). 1897 übersiedelte er nach Dachau bei München, wo er zusammen mit Ludwig Dill (1848-1940), Adolf Hölzel (1853-1934) und Arthur Langhammer (1854 - 1901) zu einem namhaften Vertreter der Neu-Dachauer Richtung wurde. Als Gründungsmitglied der Münchner Secession entwickelte er gemeinsam mit Dill und Hölzel eine effiziente Methode des Kunstunterrichtes, die den Schülern größtmöglichen Freiraum zur eigenen Entfaltung gewähren sollte.

Im Jahre 1900 wurde er als Leiter einer Meisterklasse für Malerei an die Zeichenakademie in Graz (ab 1907 die Landes-Kunstschule) berufen, an der er bis 1923 als weithin bekannter und sehr geschätzter Lehrer wirkte. Alfred Schrötter, der dem Steiermärkischen Kunstverein als Ausschussmitglied angehörte, bildete eine ganze Generation steirischer Künstlerinnen und Künstler heran, u.a. Marie v. Baselli, Norbertine Bresslern-Roth , Leo Grimm, Franz Hofer, Axl Leskoschek , Karl Mader, Paul Schmidtbauer, Fritz Silberbauer und Franz M. Zerlacher. Schon als junger Künstler genoss Alfred Schrötter den Ruf eines Schöpfers meisterhafter Genrebilder, in späteren Jahren widmete er sich neben der Porträt- und Landschaftsmalerei, bedingt durch seine Leidenschaft für den Reitsport, häufig der Pferdemalerei. Aus seiner 1884 mit Emma Freiin von Wydenbrugk geschlossenen Ehe entstammten der Schriftsteller Erich und der Maler Hans Schrötter von Kristelli (1891-1965).

 

Karl Sonner (1889 München - 1970 Schönbrunn b. Dachau)

Freskant, Maler, Grafiker, Fachlehrer

 

Karl Sonner stammt aus einer Familie von Bauern und Habdwerkern. Sein Großvater war in München Grabkreuzschmied. Nach Abschluss der Volksschule ging er in eine Lithografenlehre. 1907 erhielt er eine Stipendium und studierte u. a. bei Gabriel von Hackl und Franz v. Defregger. Nachdem er 1912 geheiratet hatte, zog er zu seinen Eltern nach Graßlfing. Er beschäftigte sich intensiv mit Bauernmalerei und gab 1919 ein Mappenwerk zu diesem Thema heraus. Seine Tätigkeit als "Lüftlmaler" machte ihn besonders bekannt. So bemalte er viele Rathäuser und Fassaden. Sein grafisches Oeuvre umfasst u. a. Buchillustrationen, Exlibris, Postkarten und Ornamente. 1927 eröffnete er eine Malschule in Olching, die bis 1939 bestand.

Nach zwei Schlaganfällen wurde er in das Pflegeheim Schönbrunn eingewiesen, wo er 1970 starb.

 

Karl Staudinger (30. 03. 1874 Wies/Steiermark - 29. 11. 1962 Sonneberg)

 

In München studierte er während der ersten Jahre des vergangenen Jahrhunderts an der privaten Malschule von Heinrich Knirr und an der Akademie bei Franz von Stuck, bevor er sich in der Künstlerkolonie Dachau als Maler ansässig machte. Nach Sonneberg wurde Staudinger 1912 an die gewerbliche Fortbildungsschule berufen. Seit 1927 wurde diese Schule unter dem Land Thüringen als Staatliche Industrieschule Sonneberg geführt, Staudinger stand ihr als Direktor vor und machte diese Schule wie das Museum, als dessen ehrenamtlicher Direktor er zeitweilig fungierte, in zahlreichen Ausstellungen in ganz Deutschland bekannt. In den Jahren 1929 bis 1932 verließ Staudinger den Sonneberger Wirkungskreis, um in Cúcuta, Kolumbien, als Lehrer den Aufbau einer Kunst- und Gewerbeschule mitzugestalten. 

1933 wurde er zum Professor ernannt und kehrte nach Sonneberg zurück. Nach dem Abklingen der Weltwirtschaftskrise schien sich die Sonneberger Spielwaren- und Keramikindustrie zu erholen und er übernahm wieder die Leitung der Industrieschule in Sonneberg. Aus Protest gegen den zunehmenden Druck der NSDAP auf den Schulbetrieb legte Karl Staudinger 1937 das Direktorenamt nieder und arbeitete von 1937 bis 1962 als freischaffender Künstler. 

 

Hermann Stockmann (28. 04. 1867 Passau - 25. 12. 1938 Dachau)

 

Er lebte 40 Jahre in Dachau. Dort war er der Dichter unter den Malern des Mooses, der oft in geradezu überraschender Einfachheit für das Große dieser Landschaft in Farbe und Form schönsten Ausdruck fand (zit. n. Ida-Seele-Archiv; Akte: Hermann Stockmann Nr.1/2/3).

1898 übersiedelte der inzwischen vor allem als Illustrator geschätzte Künstler nach Dachau. Die Stadt an der Amper stand seinerzeit als Studien- und Arbeitsplatz für bildende Künstler aus der Kunstmetropole München und der ganzen Welt in hohem Ansehen. Dort wirkte Hermann Stockmann, der 1910 von Prinzregent Luitpold zum Professor der Münchner Kunstakademie ernannt wurde, bis zu seinem Tod, wo er u. a. einen Museumsverein gründete und 1908 eine Gemäldegalerie eröffnete. Daneben war er noch für die Gestaltung mehrerer größerer Festumzüge in Dachau und München verantwortlich, beispielsweise für den Festzug zur Stadterhebung Dachaus im August 1934.

Ignatius Taschner (09. 04.1871 Bad Kissingen - 25. 11. 1913 Mitterndorf bei Dachau)

 

Der aus Bad Kissingen stammende Unterfranke wuchs in Lohr am Main im väterlichen Steinmetzbetrieb auf. Er war noch keine 15 Jahre alt, als er seinen Vater verlor. Nach Lehr- und Gesellenzeit in Schweinfurt wurde er in die Bildhauerklasse der Münchner Akademie der Bildenden Künste von Syrius Eberle (1844 - 1903) aufgenommen. Zeichnungen für die Zeitschrift "Jugend" gaben ihm Verdienst und Auftrieb. Nach entbehrungsreichen Jahren wurde er 1903 als Professor an die Kunstschule Breslau berufen. 1905 erreichte ihn der Ruf nach Berlin, wo er als frei schaffender Künstler bis 1913 blieb. Sein in nur wenigen Jahren geschaffenes Lebenswerk füllt einen reichhaltigen Katalog*. Für seinen besten Freund, den Schriftsteller Ludwig Thoma illustrierte er u. a. den Roman "Die Wittiber" und die Erzählung"Der heilige Hies". Trotz vieler Aufträge, z. B. der Guss eines Schillerdenkmals fürs St. Paul/USA, Entwürfe für Teile eines Tafelsilberschatzes für den preußischen Kronprinzen, sowie der Bau einer prachtvollen Künstler-Villa für seine Familie auf einer Anhöhe in Mitterndorf bei Dachau, nahm er sich Zeit, für seinen Freund Ludwig verschiedene Bauskizzen und Detailzeichnungen für ein prächtiges Jagd- und Wohnhaus in bäuerlichem Stil in Rottach - Egern anzufertigen. In Berlin betätigte er sich vor allem als Architekturbildhauer und Brunnengestalter. So schuf er eine "Fortuna" als Kuppelfigur für das Berliner Stadthaus und Figuren für den großartigen Märchenbrunnen in Berlin - Friedrichshain. Vor dem Dachauer Rathaus steht ein von ihm gestalteter Marktbrunnen.

 

Carl Thiemann (10. 11. 1881 Karlsbad – 03. 12. 1966 Deutenhofen/ Dachau)

 

 1908 übersiedelte Carl Thiemann, der davor für kurze Zeit in München wohnte und dort u.a. an der Debschitz-Schule unterrichtete, mit seinem Schul- und Malerfreund Walther Klemm nach Dachau. Dort heiratete er kurz darauf die aus der französischsprachigen Schweiz stammende Sprachlehrerin Louise Miéville. Die Tochter Margarete wurde ebenfalls Malerin. 1910 wurde er Mitglied der Wiener Secession und des Deutschen Künstlerbundes Weimar. Carl Thiemann, der Mitbegründer und langjähriges Vorstandsmitglied der Kunstvereinigung Dachau war, hinterließ ein umfangreiches Werk von größter Vielseitigkeit, denn er hat in allen Techniken gemalt und gezeichnet, alle grafischen Verfahren gekannt und angewandt. Daneben steht noch seine schlichte, aber wirkungsvolle Gebrauchsgrafik. Seine größte und nachhaltigste Leistung aber sind seine Holzschnitte, schwarzweiß und farbig.

Nach mehreren Schicksalsschlägen, Verlust der Ehefrau und der Tochter, heiratete Carl Thiemann 1959 seine ebenfalls verwitwete Cousine Ottilie Thiemann-Stoedtner, die die erste habilitierte Kunsthistorikerin Deutschlands war.

Moritz Veit (1867 Mainz - 1930 München? od. 1958 Laufen?)



Tier- und Landschaftsmaler, Grafiker

Er studierte bei Gabriel von Hackl, Wilhelm Lindenschmidt u. Heinrich Zügel.

1913 wohnte er in unserem Hause in der Langhammerstr. in Dachau.

 

John Jack Vrieslander (09. 02. 1879 Münster - 05. 09. 1957 Grabenstätt/Chiemsee)

 

1916 bis 1923 in Günding und in Dachau.

Im Auftrag des Landratsamtes Dachau schuf er aquarellierte Ortsansichten. 1919 bezog er mit seiner Familie in Dachau ein Haus mit Atelier in der Münchnerstr. 25. Er wurde Gründungsmitglied der Künstlergruppe Dachau und beteiligte sich an der 1. Ausstellung.

 

Emmy Walther (30. 10. 1860 Hamburg – 11. 09. 1936 Dachau)

 

Sie studierte zunächst in Hamburg, gelangt dann 1895 in die private Malschule zu Schmid – Reutte nach München, ein Jahr später war sie Schülerin von Adolf Hölzel in Dachau, wo sie auch den Landsmann Emil Nolde (damals nannte er sich noch Emil Hansen) kennengelernt haben dürfte. Auch später war sie ihm freundschaftlich verbunden.

Sie blieb 40 Jahre in Dachau, verließ nur einmal ihre Wahlheimat, um sich in Paris weiter zu bilden. Dort scheint sie von Vincent van Gogh und Alphonse Mucha beeinflusst worden zu sein. Ihre Bilder zeigen eine klare Raumaufteilung und ein feines zurückhaltendes Kolorit. Sie war auch Spezialistin für künstlerische Bildstickereien.

Hildegard Windholz (*1958 Kloster Indersdorf)

 

Expertin für Gartengestaltung, Malerin

Lebt in Niederroth (Landkreis Dachau).

Seit mehreren Jahren stellt sie ihre Ölbilder mit botanischen Motiven aus.

Nun wagt sie sich auch an grafische Arbeiten.

 

Gerhard Winkler (30. 03. 1906 Wien – 23. 12. 1983 Dachau)

Graphiker, Illustrator

 

Der Vater Rolf war ein bekannter Illustrator, Jagdmaler und Gitarrist, die Mutter eine Kunstmalerin. Er wuchs in Schwabing auf und studierte nach dem Besuch des Alten Realgymnasiums die Kunstgewerbeschule. Seine Lehrer waren Olaf Gulbransson, Marxmüller, Wölfflin und Kiener. Nach dem Studium ging Winkler nach Berlin und arbeitete in einem renommierten Werbeatelier. Im 2. Weltkrieg wurde er an vorderster Front schwer verwundet und geriet in Kriegsgefangenschaft. Nach der Rückkehr übernahm er die Leitung eines Werbeateliers. 1949 ließ er sich als freischaffender Künstler in Dachau nieder.

Er wohnte im Künstlerhaus seines Schwiegervaters, des Malers Tony Binder. Mit dessen Tochter Lily war er seit 1934 verheiratet. Aus der Ehe gingen drei Söhne und eine Tochter hervor. Seit 1951 war er Mitglied der Ludwig – Thoma – Gemeinde, seit 1974 deren 1. Vorsitzender. Gleichzeitig stand er als Präsident der Münchner Künstlergesellschaft „Allotria“ vor.

Gerhard Winkler dichtete, schrieb Bücher, zeichnete, fertigte Holzschnitte und Marionetten für das Bayerische Fernsehen u. die Münchner Marionettenbühne. Er entwarf einen Maibaum für den Viktualienmarkt in München sowie in Sapporo. Für das Cannstatter Wasenfest war er seit 1952 als Graphiker tätig. Für die Ludwig – Thoma – Gemeinde inszenierte er Theaterstücke und fertigte die Bühnenbilder. Aus seiner Feder stammten die „Oberdinghartinger Feste“. Er war 1973 maßgeblich an der unvergesslichen Jubiläumsfahrt der Lokalbahn Dachau – Altomünster beteiligt. Ihm sind eine Vielzahl von Leseabenden, Geburtstagsfeiern, Paradeisl- Feiern und viele mehr zu verdanken, abgesehen von den individuellen Holzschnitten auf den Einladungskarten. 1969 wurde er von der Stadt Dachau mit der Bürgermedaille für sein kulturelles Engagement ausgezeichnet.

Rolf Winkler (1884 Wien - 1942 München)

Jagdmaler, Grafiker, Scherenschnittkünstler

 

Nach einer Litografielehre studierte er in Graz bei Ludwig Kainzbauer und bei Alfred von Schrötter, Ludwig Dill und Adolf Hölzel in Dachau. Ab 1905 war er in München tätig. Er illustrierte über 400 Werke.

Sein Sohn Gerhard Winkler wurde ebenfalls Grafiker und lebte in Dachau.

Otto Wirsching (29. 01. 1889 Nürnberg – 01. 12. 1919 Dachau)

 

Wirsching studierte bei Bek-Gran an der Kunstgewerbeschule Nürnberg, ab 1907 an der Kunstakademie in München. 1909/1910 erfolgte ein Studienaufenthalt in Paris. Danach sammelte er weitere Reiseeindrücke in Spanien, Marokko, Italien u. Korsika. 1912 setzte er sein Studium bei Hugo von Habermann fort. Schließlich ließ er sich 1913 in Dachau im Pollnhof nieder. Die Hochzeit mit Aranka Kovacs fand kurz vor Ausbruch des 1. Weltkrieges statt. Wegen einer Herzerkrankung leistete in der Dachauer Pulverfabrik Ersatzdienst. In den nur noch verbleibenden fünf Jahren entstand sein gesamtes Oeuvre. Er war Mitbegründer der Künstlervereinigung Dachau u. als Illustrator für den Einhorn – Verlag tätig.